Pfauhausen wurde erstmals 1274 in einer durch Herzog Konrad II. von Teck in Kirchheim ausgefertigten Urkunde als „Pawenhusen" erwähnt. Steinbach taucht im gleichen Zeitraum erstmals in Quellen auf und gehörte zum Besitz der Herzöge von Teck, die es 1299 an das Kloster Salem verkauften. Rund 750 Jahre Geschichte trennen diese ersten urkundlichen Erwähnungen vom heutigen Stadtfest, das wir gemeinsam feiern.
Doch die Siedlungsgeschichte reicht noch weiter zurück. Auf der Flur Brühl südöstlich des alten Ortskerns Steinbachs wurde eine Siedlung der neolithischen Rössener-Kultur entdeckt, und ein Alemannengrab in der Flur Untere Kehlen lässt auf eine frühmittelalterliche Ansiedlung schließen. Die Menschen haben dieses Tal am Neckar also schon lange vor dem Mittelalter als Heimat gewählt.
Im Jahr 1474 erlaubte Württemberg den Herren von Wernau die Errichtung eines eigenen Niedergerichts. Auf einer Anhöhe über dem Neckar errichtete das Adelsgeschlecht im 16. Jahrhundert ein Renaissanceschloss, das noch heute als Baudenkmal an diese Zeit erinnert. 1693 verbrannten französische Truppen den Ort samt dem Schloss. Nach dem Aussterben der Wernauer Linie wechselte Pfauhausen mehrfach die Herrschaft, bevor es schließlich an das Fürstbistum Speyer gelangte und 1806 an Württemberg fiel.
In Steinbach erzählt das barocke Palm'sche Schloss aus dem 18. Jahrhundert von ähnlich bewegter Geschichte. An die Pestwellen des 17. Jahrhunderts erinnert die 1677 erbaute Maria-Hilf-Kapelle, die noch heute im alten Friedhof steht.
Er war zuvor Hofprediger am württembergischen Hofe gewesen und gehörte zu den führenden Köpfen der Aufklärung. Besonders engagierte er sich für das Schul- und Gesundheitswesen. 1808 führte Werkmeister die allgemeine Schulordnung in Württemberg ein, und König Friedrich zeichnete ihn im gleichen Jahr mit dem Civil-Verdienst-Orden aus.
Erstmals 1384 für einige Jahrzehnte, und 1681 kauften die Pfauhauser Ortsherren Steinbach auf und schenkten dem Flecken sechs Jahre gemeinsame Geschichte. Beide Male löste sich das Bündnis wieder auf. Schon 1924 strebte das Oberamt Esslingen eine erneute Vereinigung an, scheiterte aber am heftigen Widerstand beider Gemeinden. Erst 1936 beschlossen die Gemeinderäte, und im April 1938 war die Fusion vollzogen.
Beiden Dörfern war trotz allem ein verbindendes Element gemeinsam: Sie bildeten eine katholische Enklave im ansonsten von Protestanten dominierten Gebiet. Diese gemeinsame Konfession hatte die Orte über Jahrhunderte geprägt, auch wenn man sich politisch lieber auf Abstand hielt.
Das 1938 zwischen den beiden Ortsteilen neu gebaute Rathaus war das sichtbare Symbol des Zusammenschlusses. Am 1. April 1968 erhielt Wernau das Stadtrecht verliehen. Aus zwei selbstbewussten, jahrhundertealten Dörfern war eine Stadt gewachsen, die heute ihr gemeinsames Jubiläum feiert.
Wer heute durch Wernau fährt, wird die alte Grenze zwischen Pfauhausen und Steinbach kaum noch finden. Die Straßen gehen ineinander über, die Vereine, die Schulen, das Stadtleben – alles längst eins. 750 Jahre urkundliche Geschichte, zwei Dörfer, drei gescheiterte Versuche, zusammenzukommen, und am Ende doch eine Stadt, die zusammenhält. Dieses Jubiläum ist deshalb mehr als ein Blick zurück. Es ist eine Feier der Menschen, die diesen Ort über die Jahrhunderte geprägt haben – und derer, die ihn heute mit Leben füllen.